Forschung in Deutschland

Die Forschung in Deutschland ist eine der wichtigsten Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Viele Erfindungen, die unseren Alltag nachhaltig beeinflussen, wurden in Deutschland gemacht.

Forschung ist die systematische, planvolle, wissenschaftlich zu begründende Suche nach Wegen und Lösungen in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens. Ohne Forschungsvorhaben auf allen Gebieten der Wissenschaft, Technik, Medizin, Bildung und Gesellschaft, ist weder Forschritt in der Wissenschaft noch in der Wirtschaft denkbar. Forschung findet auf den unterschiedlichsten Ebenen statt, vom übergreifenden wissenschaftlichen Bereich bis in zielgerichtete Vorhaben der Industrie. Deshalb sind Investitionen in die Forschung und Entwicklung immer solche, die sich auf zukünftige Nutzungen und Entwicklungen beziehen. In vielen Fällen beschäftigen sich Forschungsvorhaben mit Problemen, deren Erkenntnis oder Lösung erst im Laufe mehrerer Jahre und Jahrzehnte abzusehen ist. Die Finanzierung von Forschungsaufträgen teilt sich in eine staatliche Finanzdecke, die Bestandteil des Bundeshaushalts ist, und Finanzierungen durch privatwirtschaftliche und industrielle Auftraggeber.

In Deutschland entfallen etwa 70 % der finanziellen Leistungen am Gesamtforschungsaufkommen auf die Industrie. Weitere wichtige Förderungen erfährt die Forschung in Deutschland durch die Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Kommission. In Deutschland gehört die Freiheit der Forschung zu den Grundrechten. Freiheit der Forschung ist nur dort Beschränkungen ausgesetzt, wo sie andere Grundrechte verletzen könnte. Hier sei das Beispiel der Genforschung genannt, wo bestimmte Anwendungen in Deutschland ausgeklammert werden, da sie anderen Grundrechten und ethischen Bestimmungen widersprechen.

Forschung unterteilt sich grundlegend in die Zweige Grundlagenforschung und angewandte Forschung. Dabei wird Grundlagenforschung, als ausschließliche Wissenserweiterung und Schaffung der Vorraussetzungen neuer Erkenntnisse, vorwiegend im universitären Bereich, etlicher Akademien und innerhalb von Forschungsinstitutionen wie der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren oder der Max Plank Gesellschaft betrieben. Die Leibniz Gemeinschaft, der unterschiedliche Forschungsinstitutionen angehören, verbindet seit 2009 Arbeit der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung. Die Grundlagenforschung ist nicht an Auflagen hinsichtlich bestimmter Entwicklungen von Produkten und dergleichen gebunden, sie hat die wissenschaftliche Erkenntnis zum Ziel.

Angewandte Forschung richtet sich zielorientiert auf die Anwendung von Forschungsergebnissen auf bestimmte Bereiche der Technik, der wirtschaftlichen, sozialen und industriellen Entwicklung. Hier existieren feste Maßgaben für einzelne Forschungsaufträge und ihre Umsetzung in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Praxis. Dieser Forschungszweig erstreckt sich vornehmlich auf die Hochschulen, Institutionen der Wirtschaft und die deutschen Fraunhofer Gesellschaft. Darüber hinaus finden auf dem produktionsnahen Forschungssektor noch Prozesse der Forschung und Entwicklung statt, die sich direkt auf bestimmte Produkte und deren Entwicklung und Verwertung konzentrieren. Letzteres findet zumeist innerhalb eines Industriezweiges, wie beispielsweise der Pharmaindustrie oder der Elektroindustrie und mehr, oder sogar innerhalb der Unternehmensgrenzen, statt.

Grundlagenforschung und angewandte Forschung sind jedoch nicht voneinander trennbar. Ohne die Erweiterung der grundsätzlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entwicklungen kann keine spezialisierte Forschung im wirtschaftsorientierten Rahmen stattfinden. Erkenntnisse und Ergebnisse der Grundlagenforschung sind immer unabdingbare Vorraussetzung für die Leistung angewandter Forschung.

Auch wenn Forschung und Lehre hierzulande frei sind, kann nicht jedes Forschungsprojekt in gleicher Weise in den Genuss finanzieller Zuschüsse und anderer Förderungen kommen. Mithilfe von Expertenkommissionen werden, anhand wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Erfordernisse, Schwerpunkte gesetzt, die besondere Förderung erfahren. Gleichfalls ist eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Forschungs- und Wissenschaftssektoren notwendig, damit Einzelbereiche nicht aus der gesamten Forschung ausgekoppelt werden. 2006 wurde in Deutschland festgesetzt, dass im zweijährlichen Rhythmus ein Bundesbericht Forschung und Entwicklung vorzulegen ist. Zum zweiten Mal wird im Mai 2010 dieser Bericht veröffentlicht. Dabei liegt derzeit besonderes Gewicht auf Feldern wie Klima und Energie, Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und weiteren zukunftsträchtigen Bereichen, in denen insbesondere vom deutschen Standort wichtige Beiträge zu erwarten sind. Der Gesamtheit von Forschung und Entwicklung wird in Deutschland ein hoher Stellenwert eingeräumt, was nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck kommt, dass der prozentuale Anteil der Forschungsförderung am Haushaltsaufkommen, höher liegt als in zahlreichen Ländern der EU und der USA.

Forschung, Wissenschaft und Entwicklung in einem Land lassen sich heute nicht mehr ausschließlich von der nationalen Ebene betrachten. Zwar werden bestimmte Forschungsprojekte national verstärkt gefördert, jedoch besteht Wissenschaft nur im internationalen Kontext.


Kategorie: Forschung

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KW 47 - Freitag, 21. November 2014