Forschung und Alltag

Ohne die Forschung säh unser Alltag völlig anders aus. Viele kleine sowie große Dinge sowie Annehmlichkeiten des täglichen Lebens, resultieren direkt aus den Erkenntnissen der Forschung.

Bereits im Jahre 2006 gelang es Medizinern, Chips im Auge unter die Netzhaut zu implantieren, und so Blinden visuelle Wahrnehmungen zu ermöglichen, wenn auch auf einfachster Ebene. Das Ziel, Blinde sehend zu machen, liegt noch in weiter Ferne . Das Beispiel verdeutlicht aber, welch unglaublichen Einfluss das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung auf das Leben einzelner haben kann.

Forschung ist neben der Lehre Teilbereich der Wissenschaft. Sie kann im aristotelischen Sinne vollständig neutral, autonom und wertefrei betrieben werden -so beispielsweise die Grundlagenforschung der Max-Planck-Institute , oder aber entsprechend Karl Popper zweckgerichtet und interessengelenkt sein. Interessengelenkt kann Forschung zur Lösung eines bestimmten Problems, oder auch gänzlich monetär ausgerichtet auf die Optimierung von Produktionsprozessen sein. In beiden Fällen geht es um die Klärung von Fragen nach Wie und Warum, also darum, neues Wissen zu erlangen.

Dies führt zwangsläufig früher oder später zu Auswirkungen auf den Alltag von mehr oder weniger oder gar allen Menschen. Wissenschaftler gelten häufig als weltfremd und werden mit Misstrauen betrachtet, insbesondere wenn selbst überdurchschnittlich Gebildete deren Forschungsbereich nicht einmal ansatzweise verstehen. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit kann und wird jedoch den Alltag anderer Menschen betreffen.

Wobei es meistens die kleinen Dinge des Lebens sind, die man kaum wahrnimmt, jedoch die Lebensqualität um einiges steigern, ohne das es uns direkt bewusst wird. Nehmen wir als simples Beispiel einfach mal den letzten Campingurlaub, ein­ Zelt, beschichtet mit neuester Nanotechnologie, lässt Regen einfach abperlen und hält die Camper trocken. Die Innovation dabei ist die Reproduktion von Vorgängen in der Natur. Forschung im Mikrobereich, auf Mikroebene mit jedoch großen Effekten.

Plausibel wird dies beim Vergleich mit dem Leben vor beispielsweise vierzig Jahren, selbst wenn er sich auf den Bereich der Computer und Mikrochips beschränkt.

Heute kaum noch vorstellbar ist eine Gegenwart ohne Computer, nicht nur bezogen auf die in Büro, Produktion und Privatbereich direkt zu bedienenden Geräte. Mikrocomputer, die oft nur aus einem einzigen kleinen Chip bestehen, sind in eine Vielzahl von Geräten (Fahrzeuge, Kühlschränke, Medizintechnik ...) eingebaut und nehmen Steuerungsfunktionen wahr. So ermöglichen erst diese Geräte den Einsatz der oft lebensrettenden ABS-Systeme in Kraftfahrzeugen.

Ohne wissenschaftliche Forschung gäbe es kein Internet, aber auch kein Fernsehen, kein Radio, keine Zeitung, keine Bücher - in Abhängigkeit von der Definition nicht einmal eine Schrift.

Am unmittelbarsten wirkt sich das Ergebnis von Forschung jedoch im Bereich der Medizin aus: Seit 1840 ist die Lebenserwartung in Mitteleuropa um circa 40 Jahre angestiegen - zu einem weit überwiegenden Teil das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung.

Das Verhältnis von Forschung und Alltag ist aber keine Einbahnstraße, bei der lediglich in einer Richtung Erkenntnisse der Wissenschaftler in den Alltag einfließen. Zumindest in zweierlei Hinsicht existiert auch eine andersgerichtete Einflussnahme. Zum einen ist der Alltag Ausgangspunkt der Forschung, da die Neugier - Basis jeglicher Forschung - ihre Wurzeln im Alltag hat. Hier entstehen d­ie ersten Fragen nach dem Warum, hier wird die Forschung initiiert.

Weiterhin beeinflusst der Alltag das der Forschung zugängliche Gebiet. Gesetzliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind betroffen, wenn die Frage gestellt wird, ob es nicht Grenzen auch für den Wissenschaftler gibt: insbesondere im Bereich der Massenvernichtungswaffen und der Gentechnik. Grund dieser Diskussion ist, dass die Menschen bestimmte Auswirkungen der Forschung auf ihren Alltag fürchten und verhindern wollen. Sie kennen die Zwangsläufigkeit, mit der Wissen den Alltag verändert.

Viele Dinge des täglichen Lebens, auch wenn sie uns nur klein und unscheinbar vorkommen, wären ohne Forschung nicht möglich gewesen, daher beeinflusst die Wissenschaft (und somit auch die Forschung) unseren Alltag nachhaltig, ob nun in unserer eigenen Wohnung mit den vielen technischen Geräten, deren Funktionsprinzip auf Errungenschaften der Forschungen basieren oder aber auch das Reisen in ferne Länder, z.B. mit dem Flugzeug, verdanken wir den fleissigen Wissenschaftlern. Wenn Sie Ihren nächsten Urlaub geniessen, denken Sie einfach einmal an die vielen technischen Dinge, die Ihnen begegnen, wenn Sie z.B. ins Ausland reisen. Bei jedem dieser Geräte ist die Forschung die Basis der Entwicklung.



Kategorie: Forschung Forschungsgebiete

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KW 43 - Samstag, 25. Oktober 2014