Lipophil und Hydrophil Liebe unter Druck

Jeder von uns hält täglich Offsetprodukte in der Hand. Broschüren, Flyer, Aufkleber, Zeitungen, etc. Aber nur die wenigsten Verbraucher wissen, wie der Herstellungsprozess genau aussieht.

Wieso kommt die Farbe genau dort hin, wo sie sich auf dem Papier befindet?  Der Schlüssel hierzu liegt in den physikalischen Eigenschaften lipophil und hydrophil. Die Worte stammen aus dem Griechischen. „Lipo“ bezeichnet schlicht Fett, „hydro“ hingegen Wasser. „Phil“ bedeutend so viel wie liebend oder anziehend. „Lipophile“ Bereiche sind somit Bereiche die fettanziehend wirken, „hydrophile“ Bereich jene, die im Gegensatz wasserliebend sind.

Bei farbigem Offsetdruck, der heutzutage Standard in jeder Druckerei­ ist, wird in der Regel auf einer Vierfarben-Offsetdruckmaschine gedruckt, um das komplette Farbspektrum abdecken zu können. Das bedeutet, diese Maschine besitzt Farbwerke für vier unterschiedliche Farben (blau, rot, gelb und schwarz), mit denen alle weiteren Farben, abgesehen von sp­eziellen Sonderfarben, erzeugt werden können.


Für jedes Farbwerk muss im Vorfeld eine so genannte Druckplatte erstellt werden. Genau bei diesem Herstellungsprozess wird festgelegt, welcher Bereich später lipophil und welcher hydrophil ist. Im folgenden Druckprozess nehmen ausschließlich die lipophilen Bereiche die fetthaltige Druckfarbe auf, wenn die Zylinder das Farbbad durchlaufen.


Bei der Plattenherstellung werden Belichtungsfilme auf die zuvor mit einer bestimmten Substanz beschichteten Druckplatten gelegt. Der Belichtungsfilm ist eine transparente Folie mit schwarzen Bereichen, die lichtundurchlässig sind und nach der Belichtung mit UV Licht den zu druckenden Bereich darstellen. Die unbelichteten Bereiche auf der Druckplatte werden durch den anschließenden Waschvorgang entfernt.

In jedem Farbwerk erfolgt der Druck mit so genannten Druckzylindern. Die Druckplatte mit den lipo- und hydrophilen Bereichen wird dabei auf den Plattenzylinder gespannt. Nicht zu druckende Stellen werden an den hydrophilen Bereichen mit Wasser benetzt und tragen somit keinerlei Farbe. Von der Druckplatte wird dann zuerst auf ein Gummituch gedruckt, welches ebenfalls auf einen Zylinder gespannt ist. Erst danach wird vom Gummituch auf das Papier gedruckt. Durch diesen indirekten Druckprozess entsteht auch das Wort „Offset“ Druck. Im nächsten Farbwerk läuft der gleiche Prozess ab, bis letztlich das farbige Bild auf dem Papier erzeugt ist.


Kategorie: Forschung

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